Love Reading! 07: Val McDermid: Northanger Abbey (Deu)

Hallo Honeybunnies!

Nach einer langen Zeit habe ich mal wieder eine Rezension für euch.
Heute gibt es einen Roman, der Jane Austens Roman “Northanger Abbey” in ein neues Gewand kleidet und die Geschichte in einem modernen Szenario erzählt – es zumindest versucht.

Northanger Abbey
(Deutsche Ausgabe)
Autor: Val McDermid/ Jane Austen
ISBN: 978-3-95967-018-0
Seitenzahl: 304, Hardcover
Preis: 19,90 €
Erschienen bei: HarperCollinsGermany
Bestellung möglich bei: KLICK ♥
Vielen Dank an HarperCollinsGermany und an Blogg dein Buch! ♥

What’s inside…
In ‘Northanger Abbey’ dreht sich alles um die Leiden der jungen Catherine Morland (genannt Cat) aus der Küstengegend Dorset, UK. Sie stammt aus einer Pfarrersfamilie und träumt sich furchtbar gern in die Fantasiewelten ihrer Bücher. Catherine bekommt die Möglichkeit ihre netten und vermögenden Nachbarn nach Schottland, Edinburgh, zu einem Kulturfestival zu begleiten. Dort lernt sie eine Hand voll Menschen kennen die so einige Geheimnisse zu scheinen haben…

Das sagt der Verlag… (Rückentext)
“Lesen ist gefährlich! Zu gern verliert die 17-jährige Pfarrerstochter Cat Morland sich in die Welt der Bücher und träumt von aufregenden Abenteuern – die sie in ihrer Heimat dem ländlichen Piddle Valley leider niemals finden wird. Zum Glück darf sie zu einem Kulturfestival nach Edinburgh reisen, wo sie sich in den jungen, aufstrebenden Rechtsanwalt Henry Tilney verliebt. Als er sie auf seinen schönen, aber düsteren Familiensitz Northanger Abbey einlädt, fühlt sich Cat jedoch plötzlich in einen ihrer geliebten Gruselromane versetzt. Denn in dem alten Gemäuer lauern die Schatten der Vergangenheit hinter jeder Ecke und die Anzeichen verdichten sich, dass ein schreckliches Verbrechen geschehen ist …”

Meine Meinung… (VORISCHT ! SPOILER?!)
O-M-G!
, wie es Bella, die temporäre Freundin unserer Heldin aus diesem Buch, wohl sagen würde, dieser Roman war wohl ein Schuss in den Ofen. Als ich den Vorstellungstext auf BlogdeinBuch gelesen habe, war ich Feuer und Flamme und habe mich auch richtig auf das Buch gefreut. Ich dachte an wunderbar beschriebene Landschaften in Schottland und eine tolle Kriminalgeschichte – mittendrin eine junge “Ermittlerin”. Auch als ich den Rückentext gelesen habe, hat mich nichts abgeschreckt. Leider wurde mir dann spätestens nach der Hälfte dieses Buch klar, dass das kein romantischer Kriminalroman wird. Ich hatte den Fehler begangen, nicht den Klappentext zu lesen, denn dieser enthielt das Wort “Parodie”!
Aber mal von vorn: Die Geschichte beginnt seicht. Man lernt die Hauptfigur Cat kennen und wie sie auf diese tolle Reise nach Edinburgh geschickt wird. Cat ist eine Träumerin und mir persönlich einfach zu duselig. Nicht dass sie dumm sei, aber irgendwie kann ich mich persönlich mit dieser Art 17-jährigen nicht wirklich identifizieren. Dafür träumt sie mir einfach zu viel von kitschigen Romanen.
Cat lernt in der Zeit in Edinburgh eine Gruppen von Menschen kennen: Die Geschwister Henry und Elli Tilney, deren großer Bruder  sowie ihren Vater (den “General”) und die Familie Thorpe. Wie durch Zauberhand, ist eine der Thorpe-Töchter mit Cats großem Bruder Jamie zusammen. Henry Tilney verzaubert Cat beim Tanzvorbereitungskurs für einen großen Ball, als er mit ihr tanzt. Und dort kündigt der Text zu Beginn an, dass sich hinter Henry Tilney ein großes (und schreckliches?) Geheimnis verbergen muss.
Aber wo bleibt bitte dieses Geheimnis? Wo bleibt der Kriminalfall? Wo bleibt die Spannung? Ich möchte natürlich interessierte Leser nicht spoilern, aber eine so lasche, unspannende und meiner Meinung nach sinnlos aufgebauschte Auflösung eines angeblichen Kriminalfalls hätte ich von der angekündigten “Krimimeisterin Val McDermid” nun überhaupt nicht erwartet!
Der Kriminalfall, der sich in dieser Geschichte möglicher Weise verbirgt, ist der in Cats Augen ungelöste Fall des Todes der Mutter der Tilney Geschwister. Für den Leser wird aber nie klar, woran Cat so genau wissen will, dass deren Mutter nicht einfach an Krebs gestorben ist. Schön, sie hat ein blutiges Hemd und einen durchlöcherte Bibel gefunden… Aber ermitteln, tut das junge Ding gar nicht. Sie träumt wie ein aufgedrehter Teenager vor sich hin, wie wohl “der General” seine Frau am ehesten losgeworden ist… Cat wirkt in so vielen Szenen wie eine unreife 14-jährige. Ich hätte erwartet – und das hätte man auf jeden Fall aus dieser Geschichte herausholen können! -, dass Cat aktiv recherchiert, sich von Archiv zu Archiv schleppt um jedes ach so interessantes Detail der Tilneys in sich aufzusaugen. Aber Pustekuchen! Daher wird auch der “Krimi-Teil” in gefühlt 1/8 der Handlung abgearbeitet. Rund um den angeblichen Kriminalfall verstricken sich die Nebencharaktere in unmögliche Liebesbeziehungen. Auch die Protagonistin bleibt von ihren Liebeleien nicht verschont. Diese Liebesgeschichten, die ich eben nicht als Haupthandling erwartet hätte, fand ich auf Dauer einfach nur anstrengend. Leider kenne ich das Original von Jane Austen noch nicht, daher kann ich keine Vergleiche ziehen. Sehr gestört haben mich auch die meiner Meinung nach nicht durchdachten Charakter-Profile. Es scheint als wolle die Autorin einfach ein paar klischeehafte Stereotypen als etwas besseres verkaufen – ohne viel Entwicklung. Sehr schade!

Zusammengefasst…
So leid mir das tut, aber dieses Buch hat mir einfach nur meine Lebenszeit geraubt.
Ich habe durch den Vorschau-Text auf BdB und die Ankündigung, dass es sich bei der Autorin um eine “Krimimeisterin” handeln sollte, einfach viel zu viel erwartet. Am Ende war ich bitter enttäuscht. Ich muss aber auch sagen, dass dieses Buch bestimmt das Richtige für alle Träumerinnen unter euch wäre. Die kitschige Liebe kommt bei diesem Buch sicher nicht zu kurz und am Ende löst sich ja doch irgendwie alles wieder zum Guten auf. Ein Hoch auf die (hier nicht nachvollziehbare) Liebe! Leider kein Prosit auf die Spannung in diesem Buch. Junge Krimi-Fans müssen sich etwas anderes suchen. (Eventuell sind ja die anderen Romane der Autorin vielversprechender!)

Ich gebe diesem Buch ganz knapp… 2 Sternchen
Für einen Krimi-Fan ist mir dieses Buch einfach zu lasch. Der Beginn war schön, aber es hat zu stark nachgelassen.

Ich werde auf jeden Fall das Original nun lesen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Gedanke zu “Love Reading! 07: Val McDermid: Northanger Abbey (Deu)

  1. Die Autorin kenne ich – meine Mutter ließt sie immer gern :) Wir haben gefühlt jedes Buch von ihr zuhause *lach*

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